Gerd Bennewirtz: Kündigt das hohe Shiller-KGV den nächsten Crash an?

Auch das neue Börsenjahr 2018 hat so begonnen, wie das alte endete: Mit weiteren Kursgewinnen der wichtigsten US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500. Die nun im neunten Jahr befindliche Hausse geht damit weiter – doch Skeptiker sehen längst Gründe dafür, dass der aktuelle Aufschwung in den letzten Zügen liegt. Ein wichtiges Argument: Das Shiller-KGV des US-Aktienmarktes liegt in diesen Tagen sogar höher als im Jahr 1929, also kurz vor dem legendären Börsencrash. Nur Ende der 1990er-Jahre hatte die Kennzahl einen noch höheren Wert erreicht – unmittelbar danach platzte die Blase der Internet-Unternehmen mit einem lauten Knall.

Konkret befindet sich das Shiller-KGV für den gesamten US-Aktienmarkt derzeit bei einem Wert von 33,2 – im September 1929 hatte es leicht darunter bei 32,6 Punkten gelegen. Besonders die Differenz zu den Durchschnittswerten der Vergangenheit bekräftigt das alarmierend hohe Niveau: Der mehrjährige historische Durchschnitt beträgt gerade einmal 14,6. Was sind die besonderen Kennzeichen des Shiller-KGV im Vergleich zum herkömmlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)?

Das Shiller-KGV wird auf Grundlage der durchschnittlichen Firmengewinne der vergangenen zehn Jahre berechnet und zugleich um die Inflation bereinigt. Je niedriger die Kennzahl im Vergleich zu ihrem Mittelwert liegt, desto attraktiver bewertet ist der betreffende Aktienmarkt. Auf dieser Grundlage ist das hohe Shiller-KGV der US-Börsen als ein eindeutiges Alarmsignal zu werten. Einen kurz bevorstehenden Crash punktgenau vorhersagen, kann jedoch auch diese Kennzahl nicht. Trotzdem wäre ein kräftiger Kursrücksetzer bei US-Aktien in 2018 alles andere als eine Überraschung.

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